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Der Anfang
Anfang 2002 kaufte ich mein erstes Rassemeerschweinchen (Coronet ausdrücklich als Liebhabertier in rot-weiß mit zwei Faltohren - Sunny) bei einer Bremer Züchterin als Gesellschafterin für unser Kaninchen (Bitte jetzt kein Aufschrei, das würde ich so nicht wieder machen...!!!). Auf die Frage, ob ich züchten wolle bekam sie damals noch ein absolut klares "Nein" zu hören. Aber allein durch die Frage war die Saat ausgestreut und der Gedanke: "Man könnte ja vielleicht einmal Babys....!?!" nistete sich bei mir ein.

Ein Buch war schnell gekauft, gelesen und schon sollte es los gehen. Ein Mädchen muss her....

Die nächste Züchterin, die nächste Frage auf dem Weg zum Züchter: "Wollen sie ein kleines Mädchen ganz allein aufwachsen lassen? Die können sie doch nicht gleich zum Bock setzen! Ohne ein zweites Mädchen können sie die Kleine nicht bekommen." Wir reservierten das total entzückende Mädchen (Texel, sepia-buff-weiß) und versprachen, ein zweites zu suchen und umgehend wieder zu kommen um das kleine Ding (Buffy) zu holen. Damals war meine Tochter noch mit von der Partie....

Wir hatten ja Internet und suchten.... Warum ich auf den Namen von Frau Sabine Bormann-Meister stieß - eine HP hatte sie damals noch gar nicht -, weiß ich heute nicht mehr. Egal, ich rief an und siehe da, sie hatte ein Mädchen! Eines, das nicht bei Mama getrunken hatte, etwas zu klein geblieben und deshalb noch niemandem angeboten wurde. "Frau Bormann-Meister" schickte per Mail Bilder von einem gold-weißen Satinmerinomädchen (Sweety)..... Die Diskussion über Satin entbrannte mit der Züchterin der kleinen Buffy - Bedenken hin, Bedenken her, wir kauften beide, holten beide ab, erst Buffy und einen Tag später Sweety (sie erreichte später gut 1.200 g)! Übrigens habe ich damals und auch später nie Probleme mit Satinschweinchen gehabt die auf dieser Fellstruktur beruhen. Alle waren groß und kräftig! Sie haben in der Zucht nicht mehr Probleme gemacht wie die Nonsatins.

Im Gespräch mit Frau Bormann-Meister - das "Sabine" kam sehr viel später - kam u.a. das zur Sprache, was sich inzwischen jeder Neueinsteiger bei mir anhören muss:

1. Sie müssen sich zuerst überlegen WAS sie züchten wollen. Kaufen Sie nicht unüberlegt und zu schnell ein!
2. Lernen Sie Vererbungslehre, damit sie auch das züchten können, was sie züchten wollen!

Bei mir ging das alles schnell, denn während aus "Frau Bormann-Meister" Sabine wurde, war klar, dass ich schoko-bunt auf Lockenbasis in Langhaar züchten wollte. Prima, dass Buffy B b war und Sweety b b. Der ganz entzückenden Sunny (unser Erstling) ging sehr bald in Liebhaberhände und es konnte los gehen. Von kleineren Abstechern in Richtung Peruaner und Alpaka abgesehen ging es bald zielstrebig zu den Texel und Merino hin. Weil mir das auf Dauer zu langweilig war, durften es auch Coronet sein und letztlich, weil mich auch die "schönen Schlichten" lockten, kamen die Sheltie dazu.

Inzwischen haben sich sogar die zeitweise etwas aus der Mode gekommenen langhaarigen Schokoagoutis mit eingeschlichen, aber das steckt noch in den Anfängen! Und wenn es so geht, wie ich mir das vorstelle möchte ich bald auch cinnamonagouti-weiß züchten. Das geht jedoch nur über Trägertiere und ist ein weiter Weg - aber super spannend!

Ich bewundere sehr diejenigen, die eine konsequentere Einstellung zu ihrer Zuchtrichtung entwickeln können und sich z.B. vollständig auf eine Rasse und/oder eine Farbrichtung festlegen mögen. Da ich gerne ein buntes Bild habe kann/will ich das nicht und bevorzuge diese relativ großzügige Form der Rassenzucht und finde das Puzzlespiel der Zucht dadurch noch spannender.